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Stählernes Symbol der Freundschaft

Fast bedrohlich wirkt er in seiner rostroten Verkleidung und extremen Schräglage: Der „Turm der Träume und Sehnsüchte“ war ein Geschenk der Stadt Luxemburg an ihre Nachbarstadt Trier anlässlich der Landesgartenschau 2004. Die begehbare Skulptur aus Stahl ist ein Weg nach oben, der sich in der Richtung ständig ändert und zum Träumen anregen soll.

Turm Luxemburg
Turm Luxemburg: Stahlkoloss trägt Freundschaft

Der renommierte Architekt François Valentiny aus dem luxemburgischen Remerschen hat im Auftrag der Stadt Luxemburg diesen Turm entworfen, der auf einem fünf Meter hohen, künstlich angelegten Kiesbett steht. Die markante Stahlkonstruktion in der Nähe des Geozentrums der Universität Trier versteht der Künstler Valentiny als einen „Weg zum Genuss, eine Art Treppe, die beim Ersteigen Empfindungen vermittelt“.

Das dreigeschossige 20 Meter hohe und 25 Meter breite Bauwerk „bricht sich in verschiedene Himmelsrichtungen", auf den Sichtachsen sind die europäischen Städtenamen Paris, Lissabon, Belfast, Warschau und Athen angebracht. „Beim Lesen dieser Orte soll beim Besucher ein bestimmter Kontext mitschwingen“, sagt der Architekt. Wenn man die Skulptur etwa im Sommer begehe, den Stadtnamen Lissabon lese und sich auf der Aussichtsplattform Richtung Süden befinde, wecke dies nach der Vorstellung des Architekten „Assoziationen bei jedem Einzelnen“. Auf der obersten Plattform blickt der Besucher von einem seitlich geschlossenen, überdachten Raum Richtung Luxemburg Stadt.

Wie eine bedrohliche Haifischflosse

Der mit Blech verkleidete Stahlriese erinnert an eine gewaltige, gezackte Haifischflosse, die bedrohlich aus dem Wasser ragt. Trotz seiner voluminösen Erscheinung und archaischen Wirkung ist der fantasievolle Turm harmonisch in die Landschaft eingebettet und strebt zielbewusst auf der angeschütteten Landmarke gen Himmel. Das Architekturbüro „Hermann & Valentiny und Partner“ mit Sitz im luxemburgischen Remerschen und in Wien hat unter anderem zahlreiche Wohnhäuser, Verwaltungsgebäude und Seniorenresidenzen entworfen. Es war auch beim Bau des Konzerthauses im norwegischen Stavanger und bei der Entwicklung der alten Eisenhütte im saarländischen Völklingen zum Unesco-Weltkulturerbe beteiligt.

Der monumentale, visionäre Freundschaftsbeweis kostete die Stadt Luxemburg rund 280 000 Euro. Der Bau des schon angerosteten Stahl-Kolosses dauerte von Juni 2003 bis April 2004. Am 2. April 2004 wurde der Turm als Symbol der Nähe und Verbundenheit feierlich von der luxemburgischen Delegation dem Trierer Oberbürgermeister Helmut Schröer übergeben. Nach dem Ende der Landesgartenschau blieb der „Turm der Träume und Sehnsüchte“ auf dem Petrisberg erhalten – als Zeichen der Freundschaft zweier benachbarter Städte.

 


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Text: Britta Wolf
Fotos: Lionel Kreglinger; Bauforum Rheinland-Pfalz