
Anfang des Jahres war die Einrichtung einer Buslinie zwischen Uni-Campus II und Innenstadt über den Petrisberg und die Sickingenstraße zunächst gescheitert. Studentenwerk und Stadtwerke konnten sich nicht darüber einigen, ob die Studenten einen Beitrag zur Anbindung leisten sollen. Zum nächsten Fahrplanwechsel im Januar 2007 kommt die neue Linie nun doch – als Sparversion. Anstatt bis zum Campus II fahren die Busse nur bis zum Wissenschaftspark.

Bislang gibt es keine direkte Busverbindung zwischen Innenstadt und Petrisberg. Wer auf den Berg will, muss zunächst mit der Linie 3 fahren und an der Haltestelle Kohlenstraße in die Linie 4 umsteigen, die allerdings nur im Turnus von 30 Minuten verkehrt. Abhilfe kommt im Januar 2007 mit dem Fahrplanwechsel: Die Stadtwerke binden den Petrisberg über die Linie 12 an. Wie der Leiter der Verkehrsbetriebe der Stadtwerke, Frank Birkhäuer, bekannt gab, werden Busse der Linie, die bislang in der Schützenstraße ihre letzte Station haben, dann stündlich über die Sickingenstraße bis zum Wissenschaftspark fahren. Eine Weiterführung bis zum Uni-Campus II, wie ursprünglich geplant, ist am Geld gescheitert. Der Hintergrund: Studentenvertretung und Studentenwerk handeln mit den Stadtwerken das Semesterticket aus. Die Studenten leisten einen finanziellen Beitrag für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Laut Baudezernent Dietze ist der ÖPNV auf dem Petrisberg somit auch eng an die Universität und die Bereitschaft der Studenten zur Mitfinanzierung gekoppelt. Die Stadtwerke hätten immer erklärt, dass sie die Verlängerung der Linie 12 nur realisieren könnten, wenn die Kosten im Rahmen des Semestertickets über den Beitrag der Studierenden abgedeckt würden, sagte Dietze, aber: „Die andere Verhandlungsseite hat es aber abgelehnt, einen zusätzlichen Beitrag für diese Verbesserung einzuplanen.“

Der Geschäftsführer des Studierendenwerks, Andreas Wagner, der Anfang des Jahres in den Gesprächen mit den Stadtwerken zugleich Verhandlungsführer der universitären Seite war, hält eine studentische Beteiligung für nicht gerechtfertigt. „Die Anbindung des Petrisbergs ist ganz klar ein städtisches Infrastrukturprojekt“, sagt er. Es sei fragwürdig, ein städtisches Projekt von Studierenden mitfinanzieren zu lassen. Daher habe der Verwaltungsrat des Studierendenwerks, in dem Professoren und Studenten sitzen, eine Beteiligung an den Kosten für die Linie 12 abgelehnt. Unterstützung findet diese Auffassung auch beim Allgemeinen Studierenden-Ausschuss (AStA) der Universität. Eine finanzielle Beteiligung sei nicht einzusehen, weil sie der Mehrzahl der Studenten nicht nutze. „Eine Anbindung, die den Bedürfnissen der Studenten gerecht wird, müsste den Hauptcampus einbinden und öfter als einmal pro Stunde verkehren“, sagt Georg Straube, der im AStA für den Verkehr zuständig ist. Wollen Studenten die neue Linie 12 künftig nutzen, müssen sie extra zahlen.
Die Anbindung des Petrisbergs über einen so genannten Spurbus vom Hauptbahnhof ist dagegen in weite Ferne gerückt. Beim Spurbus, auch als Busbahn bezeichnet, wird ein elektrisch angetriebener Bus entlang einer vorgegebenen Spur geführt. Der Vorteil: Ein geführter Spurbus könnte die starke Steigung von 13 Prozent hoch zum Petrisberg mühelos bewältigen. Der Stadtrat hält diese Anbindung inzwischen aus wirtschaftlichen Gründen aber für eher unrealistisch. Zum jetzigen Zeitpunkt sei eine „mittelfristige Realisierbarkeit nicht gegeben“, heißt es in einem Beschluss des Rates von Januar 2006. Aufgeben will man das Projekt im Rathaus aber nicht. „Das Projekt bleibt langfristig in der Zielsetzung erhalten“, sagte Baudezernent Peter Dietze. Die Stadt werde sich in jedem Fall die Trassen sichern.
Text: Daniel Kirch
Fotos: Kerstin Kolle, Stadtwerke Trier, Studierendenwerk