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Aus dem Brutkasten: Inkubatoren im Technologiezentrum

Heinz Schwind mit einer Studentin bei einer Informationsveranstaltung in der Universität Trier
Heinz Schwind vom Technologiezentrum Trier berät Studenten auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

Was ist eigentlich ein Inkubator? - Richtig, ein Brutkasten! Im Technologiezentrum Trier (TZT) werden die Existenzgründer Inkubatoren genannt, denn sie sollen ihre Geschäftsidee zu einem fertigen Konzept ausbrüten.

Und dabei hilft das Inkubatorenprogramm des Technologiezentrums in Trier. „Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach“, erklärt Heinz Schwind, der Geschäftsführer. Das TZT kümmert sich sozusagen um „obdachlose Existenzgründer“ und bietet ihnen die Möglichkeit, sich ohne finanzielles Risiko als Unternehmer zu versuchen. Wer an dem Projekt teilnimmt, kann sich für nur 50 Euro im Monat eine so genannte „Inkubatoreneinheit“ im Technologiezentrum mieten. Das sind kleine, vollständig eingerichtete Büros mit PC, Telefonanschluss und allem, was dazu gehört. „Schließlich macht es einen besseren Eindruck, wenn man seine Kunden im Wissenschaftspark empfängt, statt im eigenen Wohnzimmer“, erklärt Heinz Schwind. Außerdem können die Inkubatoren die zentralen Dienste des TZT, wie Besprechungsräume, Sekretariat und Telefonzentrale mit benutzen. Das wirke gleich viel professioneller, so Schwind.

„Wir kümmern uns um unsere Babys“

Mit einem schicken, kleinen Büro ist man aber noch lange kein erfolgreicher Unternehmer. Schließlich braucht man auch Kapital und muss deshalb die Banken erst einmal von seiner Idee überzeugen. Damit das gelingt, helfen professionelle Berater bei der Erstellung eines Businessplans, der für das Gespräch mit den Kreditgebern wichtig ist. Er umfasst eine genaue Beschreibung des Unternehmens, zeigt Chancen und Risiken auf und macht Angaben zum Kapitalbedarf. Und wie man sich selbst bei einem so wichtigen Gespräch am besten präsentiert, das können die Inkubatoren in einem der vom TZT angebotenen Seminare lernen.

Ebenso wichtig: die Präsentation des Unternehmens in der Öffentlichkeit. Auch hierbei werden die Inkubatoren an die Hand genommen. Das TZT vermittelt nicht nur Kontaktadressen, sondern hilft auch bei Messeauftritten und der Erstellung von Prospekten. „Wir kümmern uns mit einer Rundum-Versorgung um unsere Babys“, veranschaulicht Schwind seine Aufgabe mit einem Augenzwinkern.

Innovative Ideen sind gefragt

Natürlich kann nicht jeder Inkubator werden. Bei zwei bis acht Anfragen pro Woche muss ausgewählt werden. Dabei ist es egal, ob man frisch von der Uni kommt oder bereits berufstätig ist. Die besten Chancen hat, wer eine innovative, technologieorientierte Idee vorweisen kann. Zur Zeit nehmen etwa fünf Existenzgründer an dem Programm teil. Ihre Unternehmen sind beispielsweise in den Bereichen Kulturberatung, Softwareentwicklung und EDV-Zubehör angesiedelt.

Nach drei bis sechs Monaten hat das Inkubator-Dasein allerdings ein Ende. Bis dahin soll die Geschäftsidee „marktreif“ sein, damit die Unternehmensgründung folgen kann. „Und das haben alle bisher ohne Probleme geschafft, erklärt der TZT-Geschäftsführer stolz.“

Ohne Moos nix los - wie sich das Technologiezentrum finanziert

Aber wie kann man ein so umfangreiches Angebot eigentlich finanzieren? Mit der Vermietung der Inkubatoreneinheiten ist natürlich kein Geld zu machen. „Darum geht es auch gar nicht“, erläutert Schwind, schließlich sei das TZT eine Non-Profit-Organisation, die eng mit dem rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium zusammenarbeitet und Zuschüsse bekommt. Bis zu 150.000 Euro kann der Staat in jedes einzelne Unternehmen investieren.

Um dennoch Einnahmen zu erzielen, werden neben den Inkubatoren auch andere Existenzgründer ins TZT integriert, die nicht unbedingt technologieorientiert sind. Hierzu gehören beispielsweise Callcenter. Für sie stehen so genannte „Optionsflächen“ bereit, für die man natürlich schon etwas tiefer in die Tasche greifen muss. Auf Beratung und Unterstützung müssen sie dennoch nicht verzichten. Auch ihnen steht ein umfassendes Service-und Beratungsangebot zur Verfügung. Das müssen sie allerdings, im Gegensatz zu den Inkubatoren, bezahlen. Nach drei Jahren soll das Unternehmen jedoch wieder ausziehen und sich in der Nähe des TZT ansiedeln.

Text: Nicole Kautenburger, aktualisiert von Katrin Peters

Fotos: Katrin Peters