
Früh am Morgen wirkt die Betonanlage trist und leblos im Grün des Petrisberges. Doch schon bald wird die Freizeitanlage mit Skatern und Bikern bevölkert, die ihr sportliches Talent unter Beweis stellen wollen. Der Skatepark ist seit der Eröffnung der Landesgartenschau die beliebteste Freizeitattraktion für Rollsport-Profis und solche, die es werden wollen.

Pünktlich zur Eröffnung der Landesgartenschau konnte im April 2004 die Skateanlage, die in Kooperation zwischen Skatern und Petrisberg-Planer konzipiert wurde, eingeweiht werden. Die 800 Quadratmeter große Anlage bietet für Skateboarder, Inline-Skater und BMX-Fahrer optimale Bedingungen und ist einmalig in Rheinland-Pfalz. Sie ist für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet.
Mit den dort stattfinden Wettbewerben, so genannten Skate-Contests, hat sich die Anlage einen bekannten Namen über die Landesgrenzen hinaus gemacht und sich innerhalb der Skate-Szene zu einem beliebten Treffpunkt (Top-Spot) entwickelt.

Ein positives Resümee zieht auch die Nachfolgegesellschaft „Petrispark GmbH“, die für die Verwaltung und Betreuung der Freizeitanlage zuständig ist. Bis auf kleinere Graffitis weist die Anlage nach zwei Jahren keine größeren Schäden auf. „Das ist offensichtlich ein Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Klaus Scherer, Prokurist der Petrispark GmbH. Auch Sportkurator Jürgen Slowik sieht in der erfolgreichen Entwicklung der Skate-Kultur eine Bereicherung für den Petrisberg: „Die gesamte Freizeitanlage stellt eine Erhöhung des Wohn- und Lebenswertes dar und bietet Anwohnern Entertainment, Fun, Sport und Spiel direkt vor der Haustür“, sagt Slowik.
Mühsam war der Weg von der Planung bis zum Bau der Anlage, der einen langen Atem erforderte. Die Skater-Szene hatte bereits 1994 mit einer Unterschriftenaktion die Einrichtung eines Skate-Parcours für Trier gefordert. Doch erst zehn Jahre später erfolgte die Grundsteinlegung auf dem ehemaligen Militärgelände des Petrisberges.

Den Anspruch, einen Skatepark zu schaffen, der für Anfänger und Profis gleichermaßen eine Herausforderung darstellt, konnte nur in Zusammenarbeit zwischen Landesgartenschau und Skater-Szene erfolgen. Dabei kam es teilweise zu erheblichen Unstimmigkeiten zwischen der von Axel Schmitz und Axel Reichertz geleiteten „Skate-Gruppe“ und den Landesgartenschau-Planern. „Die Skater plädierten für eine Halle, um unabhängig vom Wetter zu sein“, erzählt Wolfgang Rommel, der damalige Pressesprecher der Landesgartenschau. Vorgesehen war zunächst die Panzerhalle, die aber von einem neutralen Experten als zu klein angesehen wurde. „Wir haben gemeinsame Überlegungen angestellt, um die Bedürfnisse der Skater erfüllen zu können“, erläutert Rommel. Die Skater-Gruppe habe sich mit viel Engagement und Herzblut ins Zeug gelegt und das Planungskomitee mit ihren Modellen und Plänen beeindruckt.
Ein weiteres Problem war die Finanzierung des 160.000 Euro teuren Bauvorhabens, das nur mit Hilfe von Sponsoren finanziert werden konnte. Zudem lief den Bauherren die Zeit davon; und so standen nur sechs Wochen zur Verfügung, die Beton-Anlage pünktlich zur Eröffnung der Landesgartenschau fertig zu stellen. Tatsächlich waren am Ende alle Beteiligten zufrieden und stolz: „So etwas hat bisher in Trier gefehlt“, sagt Wolfgang Rommel und ist sich darin mit Axel Reichertz einig: „Dieser Skatepark ist eine der bestfunktionierenden Anlagen im Bundesgebiet.“

Wie wächst denn nun die Leidenschaft für den Fun-Sport? „Man wächst mit jeder Herausforderung“, beschreibt Jan Hofsäß, langjähriger Skater, die Faszination des Sports auf den schnellen Brettern. Doch bevor man die gewisse Lockerheit entwickelt, eine perfekte Abfahrt hinzulegen, tropft noch viel Schweiß von der Stirn. Giene Liebherr, ein erfahrener Skater, weiß nur zu gut, dass man schnell sein Können überschätzt und oft durch einen Sturz auf den harten Boden der Realität zurückgeholt wird. Dabei mag der eine oder andere Knochenbruch schon vorgekommen sein, wobei die meisten Fehler eher kleinere Schürfwunden zur Folge haben.
Text: Steffen Reis
Fotos: Britta Behrens und Axel Reichertz (1)